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Mittwoch, 7. August 2013

Joseph muß warten

Mit Datum vom 1. Mai (Gedenktag Joseph der Arbeiter) hat die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung das Dekret „Paternas vices“ erlassen.
Gemäß dieses Dekrets soll der Hl. Joseph jeweils auch in den Hochgebeten II, III und IV der „editio typica tertia“ (also der dritten Auflage des Meßbuchs) nach dem Namen der Gottesmutter genannt werden.
Die entsprechenden einzufügenden Texte liefert die Kongregation neben den im Dekret selbst in lateinischen Fassung genannten in der Anlage in deutscher Übersetzung mit:
Eucharistisches Hochgebet II:
"mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, dem seligen Joseph, ihrem Bräutigam, mit deinen Aposteln...";

Eucharistisches Hochgebet III:
"mit der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem seligen Joseph, ihrem Bräutigam, mit deinen heiligen Aposteln...";

Eucharistisches Hochgebet IV:
"mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem seligen Joseph, ihrem Bräutigam, mit deinen Aposteln...".
Diese dritte Auflage gibt es bekanntlich in Latein seit dem Jahre 2000. Eine deutsche Übersetzung haben die Verantwortlichen im deutschsprachigen Raum nach nunmehr 13 Jahren noch immer nicht fertig. Dies hat nun zur Folge, daß der Hl. Joseph in der deutschen Version nicht genannt wird, weil immer noch mit der umstrittenen Übersetzung der zweiten Auflage zelebriert wird, sich das Dekret jedoch auf die dritte Auflage bezieht.
Im kirchlichen Amtsblatt für Paderborn liest es sich dann so:
…Die Einfügung gilt ab sofort und geschieht in folgender Weise:

– im Hochgebet II: „ut cum beáta Dei Genetríce Vírgine María, beáto Ioseph, eius Sponso, beátis Apóstolis“,
– im Hochgebet III: „cum beatíssima Vírgine, Dei Genetríce, María, cum beáto Ioseph, eius Sponso, cum beátis Apóstolis“,
– im Hochgebet IV: „cum beáta Vírgine, Dei Genetríce, María, cum beáto Ioseph, eius Sponso, cum Apóstolis“.

Hinsichtlich der Einfügung des hl. Josef in die deutschsprachigen Hochgebete bleibt die auf dem Missale Romanum, editio typica tertia, basierende Herausgabe des neuen deutschen Messbuchs abzuwarten.
(Aus dem kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese
Paderborn, Stück 7, 2013, Seite 111, Nr. 103)

Sollte ein Priester also auf die Idee kommen, auf Latein zu zelebrieren, so ist der Hl. Joseph im Hochgebet (II, III oder IV) zu nennen; wird jedoch auf Deutsch zelebriert, so darf er nicht genannt werden.
Für die Zelebration auf Deutsch empfiehlt es sich also, das Hochgebet I (Canon Romanus) zu nehmen, da dort der Hl. Josef seit der entsprechenden Ergänzung im Jahre 1962 durch Papst Johannes XXIII genannt wird.