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Mittwoch, 17. September 2014

Letzte Chance?

In ei­nem Ar­ti­kel auf der In­ter­netsei­te des Erz­bis­tums Pa­der­born wird von ei­ner Ver­an­stal­tung zum um­strit­te­nen, neu­en Got­tes­lob be­rich­tet.
Dort steht gleich am An­fang in dem Ar­ti­kel ein (vor­geb­li­ches) Zi­tat von ei­nem Bi­schof, wel­ches sich ad hoc je­doch we­der ve­ri­fi­zie­ren noch ei­nem Na­men zu­ord­nen läßt:
»„Das neue Got­tes­lob ist die letz­te Chan­ce der ka­tho­li­schen Kir­che, den Glau­ben zu ver­mit­teln“, zi­tier­te Mon­si­gno­re Bern­hard Schrö­der einen un­be­nann­ten Bi­schof, der sich in­ten­siv mit dem neu­en Ge­bet- und Ge­sang­buch „Got­tes­lob“ beschäftig hat­te…«
„Na dann, Prost Mahl­zeit“, könn­te man den­ken. Doch die Re­de von der an­geb­lich „letz­ten Chan­ce“ ist nicht neu, son­dern taucht im­mer dann auf, wenn Leu­te mei­nen ei­ne und oft auch ih­re ei­ge­ne Sa­che als ganz wich­tig und al­ter­na­tiv­los her­aus­stel­len zu müs­sen.
So lud zum Bei­spiel im No­vem­ber 2011 im Bis­tum Mün­ster das Ka­tho­li­sche Bil­dungs­werk zu ei­ner „Zu­kunfts­werk­statt Kir­che“ nach Ge­scher ein, die den fra­gen­den Un­ter­ti­tel „Ei­ne (letz­te) Chan­ce für die Kir­che?“ trug.
Auch Kir­chen­re­bel­len be­die­nen sich die­ser rhe­to­ri­schen Fi­gur. Im Spie­gel Nr. 50 von 1994 war im Vor­feld zum Papst­be­such 1995 zu le­sen:
»Die Got­tes­wis­sen­schaft­ler Ott­mar Fuchs (Bam­berg), Nor­bert Grein­acher (Tü­bin­gen), Nor­bert Met­te (Pa­der­born) und Her­mann Stein­kamp (Mün­ster) rie­fen zum Wi­der­stand ge­gen Papst und kirch­li­che Ob­rig­keit auf - nach ih­rer An­sicht die ein­zi­ge The­ra­pie, die Hei­lung für die ma­ro­de Chri­sten-In­sti­tu­ti­on ver­spricht.
Ra­di­ka­le Re­for­men sei­en an­ge­sichts "der sich im­mer stär­ker zu­spit­zen­den Kri­se der ka­tho­li­schen Kir­che" die letz­te Chan­ce, sonst sei der "Mas­senex­odus der Gläu­bi­gen un­aus­weich­lich".«
Zwei der ge­nann­ten Her­ren, Nor­bert Grein­acher (83) und Her­mann Stein­kamp (75), sind in­zwi­schen eme­ri­tiert, Ott­mar Fuchs (69) lehrt noch in Tü­bin­gen und Nor­bert Met­te (67) in Dort­mund.
Die­se in­zwi­schen al­ten Her­ren, die die Kir­che si­cher über­le­ben wird, spra­chen al­so vor zwan­zig Jah­ren auch schon von der „letz­ten Chan­ce“. Da­mals soll­te sie in ra­di­ka­len Re­for­men zu fin­den sein, die The­men be­tra­fen, wel­che heu­te – ob­wohl ab­ge­schmackt – von re­form­wil­li­gen Knüt­ter­köp­pen und sol­chen die es wer­den wol­len, im­mer noch „heiß“ dis­ku­tiert wer­den.
Man kann sich al­so zu­rück­leh­nen und auf die näch­ste an­geb­lich „letz­te Chan­ce“ war­ten. Denn eins ist ge­wiss: Ir­gend­wer wird sie in na­her Zu­kunft wie­der pro­kla­mie­ren.

Sonntag, 8. Juni 2014

Komm Schöpfer Geist

Heu­te wur­de das Pfingst­lied »Komm Schö­pfer Geist,« (Got­tes­lob Nr. 351; alt 245) ge­sun­gen. Das ist ein durch­aus be­kann­tes Lied, bei dem die meis­ten ver­mut­lich zu­min­dest die ers­te Stro­phe aus­wen­dig können.
Aber hier gab es, wie auch schon beim Os­ter­lied »Ge­lobt sei Gott im höchs­ten Thron«, wie­der ein­mal ei­ne böse Über­ra­schung. Der Text der ers­ten Stro­phe wur­de geändert. Wo früher stand:
»Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, be­such das Herz der Kin­der dein: die dei­ne Macht er­schaf­fen hat, erfülle nun mit dei­ner Gnad.«
steht nun
»Komm, Schöp­fer Geist, kehr bei uns ein, be­such das Herz der Kin­der dein, erfüll uns all mit dei­ner Gnad, die dei­ne Macht er­schaf­fen hat.«
Es wurden al­so zwei Satz­tei­le ver­tauscht und leicht ver­än­dert. Die an­de­ren Stro­phen wur­den nicht geändert. Der Quel­len­hin­weis ist auch na­he­zu iden­tisch und gibt auf den er­sten Blick kei­nen Hin­weis auf die Ände­rung:
Im al­ten GL war zu le­sen:
»T: „Veni Creator Spiritus“, Über­tra­gung Hein­rich Bone 1847«
Im neuen GL steht:
»T: nach der Über­tra­gung des „Veni Creator Spiritus“ (Hrabanus Mau­rus + 856 zu­ge­schrie­ben) von Hein­rich Bone 1847.«
Das Wört­chen »nach« scheint hier der Schlüssel zu sein. War es in der al­ten Fas­sung die Übert­ra­gung von Hein­rich Bo­ne ins Deut­sche, so ist es nun nur noch ein Text »nach der Übert­ra­gung«.
Es scheint al­so so zu sein, daß man bei je­dem Lied, ganz ge­nau auf den Text gucken muß, um nicht falsch zu sin­gen. Ob die­se Än­de­run­gen sinn­voll sind, wa­ge ich doch zu be­zwei­feln.
Ein deut­licher Warn­hin­weis (»Ach­tung! Neuer Text«) wäre bei sol­chen um­strit­ten­en Än­de­run­gen wün­schens­wert.

Sonntag, 18. Mai 2014

Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Heu­te wur­de das Oster­lied »Ge­lobt sei Gott im höchs­ten Thron« ge­sun­gen. Im um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lob ist das die Num­mer 328 (alt 218). Bei der drit­ten Stro­phe stutz­te ich: Was war das denn für ein Text?
»Drei Frau­en ka­men zu dem Ort, / er­staunt sahn sie: Der Stein ist fort. / Ein En­gel saß statt sei­ner dort. / Hal­le­lu­ja…«
Auf die Text­ge­stal­tung will ich hier nicht näher ein­ge­hen. Es stellt sich aber die Fra­ge, wo­her die Stro­phe plötz­lich kommt? Wur­de sie im al­ten Got­tes­lob ver­ges­sen oder war sie dort aus ir­gend­ei­nem Grun­de her­aus­ge­fal­len? Ist sie viel­leicht ei­ne tra­di­tio­nel­le Stro­phe, die an­de­ren Orts be­kannt ist und ger­ne ge­sun­gen wird? – Ein Blick in die Quel­len­an­ga­be, klärt die Fra­gen schnell:
»…3. Str.: Hagen Horoba 2010…«
Es ist al­so ei­ne Neu­dich­tung. Wie sie so „kurz“ vor der Veröffent­li­chung hin­ein­ge­kom­men ist, und wer dafür den Aus­schlag ge­ge­ben hat, oder ob sie gar bei dem Re­gens­bur­ger Herrn Ho­ro­ba ex­tra in Auf­trag ge­ge­ben wur­de, weiß ich nicht.
Die­se neue, ein­ge­scho­be­ne Stro­phe scheint ei­ne Lücke zu füllen: Oh­ne die Stro­phe, so könn­te man ar­gu­men­tie­ren, weiß der Sänger oder Zuhöhrer ja gar nicht, zu wem denn der En­gel in der vier­ten Stro­phe ei­gent­lich spricht.
Wahr­schein­lich ist es heu­te bei dem nied­ri­gen Wis­sens­stand in Glau­bens­fra­gen, den man in wei­ten Tei­len der jünge­ren Ge­ne­ra­tio­nen aus­ma­chen kann, wirk­lich not­wen­dig. In an­de­ren Zei­ten ha­ben die Leu­te noch so viel von Os­tern ge­wußt, daß ih­nen klar war, wel­cher Evan­ge­li­en­text dort im Hin­ter­grund mit­schwingt.
Ob ei­ne sol­che Stro­phe das kom­plet­te Ver­sa­gen von Verkündi­gung und Ka­te­che­se – ins­be­son­de­re auch im Re­li­gi­ons­un­ter­richt – seit rund dreißig Jah­ren auch nur an­satz­wei­se wett ma­chen kann, ist al­ler­dings sehr stark zu be­zwei­feln.

Freitag, 11. April 2014

Mr. Bean und das Gotteslob

Im al­ten Got­tes­lob gab es ein Ma­ri­en­lied, bei dem ich im­mer an ei­ne Sze­ne aus ei­nem Film mit Mr. Be­an den­ken mußte und da­her nicht wirk­lich ernst­haft bei der Sa­chen blei­ben konn­te, son­dern schon beim Blick auf die An­zei­ge­ta­fel mit der Lied­num­mer schmun­zeln mußte. Der zwei­te Aspekt fällt frei­lich erst ein­mal weg, da sich die Lied­num­mern mit dem neu­en Got­tes­lob geändert ha­ben. Es han­del­te sich um das Lied „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“, das im al­ten Got­tes­lob un­ter Num­mer 585 zu fin­den war. Ne­ben den As­so­zia­tio­nen zu Mr. Be­an läd der Text frei­lich so­wie­so stel­len­wei­se zum Schmun­zeln ein:
…Kommt das nicht von dem Soh­ne dein?… Ach ja… (*face­palm*) …dein Sohn er­stan­den ist… (da hätte ich ja auch wirk­lich selbst drauf kom­men kön­nen) …kein Wun­der, daß du fröh­lich bist…
Die­ses Lied gibt es un­verändert auch noch im neu­en Got­tes­lob (Nr. 533).
Ein an­de­res Ma­ri­en­lied – eben­falls aus dem Stamm­teil des al­ten Got­tes­lobs – wur­de verändert in den Stamm­teil des neue Got­tes­lobs über­nom­men. Es han­delt sich um das Lied zu Ma­riæ Him­mel­fahrt „Ma­ria, auf­ge­nom­men ist“, das bis­her un­ter Num­mer 587 zu fin­den war und nun un­ter Num­mer 522 steht.
Beim ers­ten flüchti­gen Hin­bli­cken fällt schon auf, daß das Lied nur noch drei Stro­phen hat, statt der ehe­mals sechs.
Bei ge­nau­em Hin­se­hen merkt man je­doch, daß je­weils zwei der al­ten Stro­phen zu ei­ner neu­en Stro­phe zu­sam­men­ge­fasst wur­den, in­dem die Tex­te hin­ter­ein­an­der ge­han­gen wur­den. Da­mit sind die Stro­phen im neu­en Got­tes­lob dop­pelt so lang, wie die Stro­phen im al­ten Got­tes­lob. Wel­che Gründe für die Ände­rung vor­la­gen und aus­schlag­ge­bend wa­ren, ent­zieht sich mei­ner Kennt­nis.
Da die nun länge­ren Stro­phen nicht mehr auf die al­te Me­lo­die pas­sen, mußte ei­ne neue Me­lo­die her. An der Stel­le hat man sich bei „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“ be­dient.
So­mit ha­ben nun die Lie­der „Laßt uns er­freu­en herz­lich sehr“ (533) und „Ma­ria, auf­ge­nom­men ist“ (522) die glei­che Me­lo­die, die mich eben an Mr. Be­an er­in­nert.
…Die Freud sich über dich ergoß, Halleluja,
drum singt auch Mr. Bean jetzt los, Halleluja…


Und wer bis­her bei der Me­lo­die noch nicht an Mr. Be­an den­ken mußte, der tut es spätes­tens nach Le­sen die­ses Bei­trags und An­se­hen des ver­link­ten Vi­deos auch. — Ätsch!

Dienstag, 8. April 2014

Neue und alte Gesangbücher

Nun ist end­lich die lang er­war­te­te Aus­ga­be des um­strit­ten­en, neu­en Got­tes­lobs für das Erz­bis­tum Pa­der­born im Han­del.
Im links ne­ben­ste­hen­dem Bild sind die letz­ten vier Ge­sangbücher ab­ge­bil­det, die es im Erz­bis­tum Pa­der­born gibt und gab. Es han­delt sich um zwei Aus­ga­ben des „Got­tes­lob“ und um zwei Aus­ga­ben des „Sur­sum Cor­da“.
Zu­oberst ist das neue Got­tes­lob, das nun erhält­lich ist, mit Schutz­um­schlag ab­ge­bil­det.
Dar­un­ter ist eben­falls mit Schutz­um­schlag das Got­tes­lob zu se­hen, wel­ches ab März 1975 be­nutzt wur­de und teil­wei­se noch heu­te be­nutzt wird.
Das drit­te Buch ist das letz­te „Sur­sum Cor­da“ mit Schutz­um­schlag bzw. ei­nem Papp-Schu­ber, wie es ab 1948 be­nutzt wur­de. Die Aus­ga­be enthält auch No­ten.
In der Vorgänge­raus­ga­be, die hier als un­ters­tes zu se­hen ist, hat­te noch kei­ne No­ten. Das hier ge­zeig­te „Sur­sum Cor­da“ ist die er­wei­ter­te Fas­sung wie sie ab et­wa 1920 in den Han­del kam. In der Fas­sung sind die 1916 hin­zu­ge­kom­me­nen „23 Ein­heits­lie­der“ (mit No­ten) eben­so als An­hang fest drin ein­ge­bun­den, wie die Ergänzung um zehn Weih­nachts­lie­der.
In­ner­halb der letz­ten 100 Jah­re sind al­so (min­des­tens) vier Ge­sangbücher für das Erz­bis­tum Pa­der­born her­aus­ge­kom­men. Da­mit liegt die durch­schnitt­li­che Le­bens­er­war­tung die­ser Bücher bei rund 25 Jah­ren, was auf der an­de­ren Sei­te be­deu­tet, daß fast je­der Ka­tho­lik im Lau­fe sei­nes Le­bens mit drei Büchern kon­fron­tiert wird.
Bei der Einführung ei­nes je­den neu­en Bu­ches gibt es Din­ge, die ei­nem persönlich bes­ser ge­fal­len und sol­che, de­nen man eher nach­trau­ert. Auf die Ein­zel­hei­ten, zu de­nen es viel zu sa­gen gäbe und zu de­nen an vie­len Stel­len schon viel ge­sagt wor­den ist, will ich hier nicht ein­ge­hen.

Beim ers­ten Blick auf das Bild fällt al­ler­dings ei­nes so­fort auf: Mit je­dem neu­en Buch wur­de das Buch­for­mat größer. Rechts ist der di­rek­te Größen­ver­gleich des „Sur­sum Cor­da“ von 1920 (13,5 × 9 × 2.5cm) mit dem Got­tes­lob von 2014 (17,5 × 12 × 3.6cm) zu se­hen. Das „Sur­sum Cor­da“ pass­te in bei­den Aus­ga­ben ent­we­der in die Hem­den­ta­sche zu­min­dest aber in die Jackett­in­nen­ta­sche. Beim Got­tes­lob sah es dann schon an­ders aus, aber meist pass­te es doch noch in die Gesäßta­sche der Ho­se oder auch in die Jackett­außen­ta­sche. Das neue Got­tes­lob be­kommt man kaum noch in der Klei­dung ver­staut. Selbst in ei­ne Man­tel­ta­sche passt es nicht mehr. Aber wer will schon ex­tra ei­ne Ta­sche oder einen Ruck­sack mit­schlep­pen, nur um das Buch ver­staut zu be­kom­men?
Wenn man zu je­den gehört, die ger­ne ihr ei­ge­nes Buch mit in die Mes­se neh­men, hat man es nach­her im­mer ir­gend­wie „an der Hand“. Bei ei­ner Pro­zes­si­on oder ei­nem Kreuz­weg oder ähn­li­chem, kann man das Buch nicht „mal eben“ ein­ste­cken, weil man das Lied so­wie­so aus­wen­dig kann oder es ge­ra­de aus an­de­ren Gründen nicht braucht. Am Bier­stand nach der Pro­zes­si­on oder über­haupt zum Frühschop­pen hat man es auch noch an der Hand und weiß nicht wo­hin mit dem Buch. — Eins ist al­so klar: das große Buch ist un­prak­tisch.
No­ta be­ne ist zu sa­gen, daß die Schrift­größe im Ver­gleich zur Vorgänge­raus­ga­be größer ist und eben­so der Zei­len­ab­stand. Das mag dem ein oder an­de­ren ent­ge­gen kom­men. Statt aber zusätz­lich noch ei­ne Großdruck­aus­ga­be her­aus­zu­ge­ben hätte man viel­leicht mal über ei­ne Klein­druck­aus­ga­be nach­den­ken sol­len.
Viel­leicht wäre es aber ins­ge­samt bes­ser, das Buch ein­fach zu Hau­se zu las­sen. Hat­ten nicht so­wie­so die Bischöfe ge­sagt, daß das neue Buch auch ein „Haus­buch“ sein solle? Nach dem Größen­ver­gleich und den Fol­gen der Ver­größerung bis hin zum Un­prak­tischwer­den be­kommt der Be­griff „Haus­buch“ ei­ne ganz eigene Be­deu­tung.

Man könn­te al­ler­dings auch noch ei­ne an­de­re Über­le­gung in Be­zug auf die Größe an­stel­len: Man könn­te sich fra­gen, ob in dem Maße, in dem das For­mat der Bücher steigt, auch das Glau­bens­wis­sen der­je­ni­gen steigt, die sich das Buch an­schaf­fen, oder ob hier viel­leicht das Verhält­nis doch eher um­ge­kehrt pro­por­tio­nal ist.
Braucht man heu­te viel­leicht auch des­we­gen größere Bücher, weil heut­zu­ta­ge mit im­mer mehr Wor­ten im­mer we­ni­ger ge­sagt wird? Brau­chen wir ein größeres Buch, weil man Fach­ter­mi­ni nicht mehr als be­kannt vor­aus­set­zen kann und je­des Wort erst ein­mal er­klärt wer­den muß? Wenn man sieht, daß sich vor­ne im Buch (S. 15-22) ein Re­gis­ter mit der Über­schrift „Was be­deu­tet…?“ be­fin­det, dann könn­te man fast den Ein­druck be­kom­men.
Ja, ich weiß: Wenn man das kri­ti­siert, dann be­kommt man zu hören, daß das Buch nicht nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch sein soll, son­dern man ver­sucht ha­be, auch noch einen Mi­ni-Ka­te­chis­mus ein­zu­bau­en. Aber warum soll sich je­mand, der nur ein Ge­bet- und Ge­sang­buch ha­ben will, statt ei­nes rei­nen Ge­bet- und Ge­sang­buchs einen Ka­te­chis­mus mit Ge­bet- und Ge­sang­buch­teil kau­fen? Kauft sich nicht viel­leicht je­mand, der einen Ka­te­chis­mus ha­ben will, eher einen Ka­te­chis­mus statt ei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buchs?
Es wäre viel­leicht mal einen Ver­such wert, ob man nicht aus dem neu­en Got­tes­lob ein rei­nes Ge­bet- und Ge­sang­buch ma­chen könn­te, in­dem man all je­ne Blätter her­austrennt, die nur ir­gend­wel­che Re­gis­ter, Er­klärun­gen oder gar „Bild­chen“ ent­hal­ten. Es wäre man in­ter­essant zu se­hen, wie sich das auf die Di­cke aus­wirkt.

„Ka­tho­li­sche Selbst­verständ­lich­kei­ten“ scheint es nicht mehr zu ge­ben. Die­se An­sicht schei­nen sich die Ver­ant­wort­li­chen so zu­ei­gen ge­macht zu ha­ben, daß sie ge­meint ha­ben, dar­auf rea­gie­ren zu müssen.
In heu­ti­ger Zeit, wird al­les hin­ter­fragt. Selbst die Möglich­keit der Exis­tenz ei­ner Wahr­heit wird in Fra­ge ge­stellt, so­fern die­se Fra­ge noch ge­stellt wird. Dem Kon­struk­ti­vis­mus fol­gend er­scheint das „Wie“ wich­ti­ger zu sein als das „Was“.
Man könn­te jetzt die sehr vie­len Er­klärun­gen der un­ter­schied­lichs­ten Din­ge im neu­en Got­tes­lob ein­fach mal un­ter der Fra­ge be­trach­ten, ob sie das „Was“ oder das „Wie“ er­klären und sich dann fra­gen, was das über je­ne aus­sagt, die die Tex­te zu ver­ant­wor­ten ha­ben und was es über je­ne aus­sagt, die die Tex­te kon­su­mie­ren wol­len/sol­len/müssen. Wer dies tun will, der könn­te zum Bei­spiel da­mit beim dem Teil über die Sa­kra­men­te (Nr. 570ff.) an­fan­gen.
»570,1
…Durch die Tau­fe wer­den die Men­schen aus dem Was­ser und dem Hei­li­gen Geist als Kin­der Got­tes neu ge­bo­ren, in der Fir­mung durch die Ga­be des­sel­ben Geis­tes be­sie­gelt, im eu­cha­ris­ti­schen Mahl er­hal­ten sie An­teil an Chris­ti Leib und Blut, an sei­nem Le­ben…«
Frei­lich ist es nicht falsch, was da steht. Aber wird da nicht ge­nau die Ant­wort auf das „Wie?“ in den Mit­tel­punkt ge­stellt? Oder sind sol­che Über­le­gun­gen zu eng geführt und zu klein­ka­riert? Es scheint mir hier um mehr zu ge­hen als um den Sprach­stil. Warum wird nicht ein­fach ge­sagt: „Die Tau­fe ist… Die Fir­mung ist… Die Eu­cha­ris­tie ist…“?